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Annette Steinsiek |
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Was kann sein -
Überlegungen zum biographischen Umgang mit Christine Lavant.
Am Beispiel Ingeborg Teuffenbach: Christine Lavant. Zeugnis einer Freundschaft. |
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Dissertation
zur Erlangung des Grades einer
Doktorin der Philosophie
an der
geisteswissenschaftlichen Fakultät
der Universität Innsbruck
Teil 2
1998 |
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Was kann sein - Überlegungen zum biographischen Umgang mit Christine Lavant.
Am Beispiel Ingeborg Teuffenbach: Christine Lavant. Zeugnis einer Freundschaft.
Sich Christine Lavant biographisch zu nähern, bereitet Schwierigkeiten.
Sie hinterließ keine Tagebücher oder ähnliche Aufzeichnungen, es gibt kaum Interviews1 mit ihr. Als
Dokumente, an denen sie selbst aktiv beteiligt war, und die biographisch aufschließbar sind, gibt es ihre Briefe,
die zu sammeln und zu kommentieren wären. Das Werk kann nicht für biographische Aussagen genutzt werden,
es sei denn, man wolle darin Hinweise auf etwas lesen, was man in der Lebensgeschichte suchen könnte und
nachzuweisen hätte.
So entsteht das Bedürfnis, mit Hilfe der Erinnerungen anderer mehr über Christine Lavant zu erfahren.
Wie läßt sich aber Erinnerung, die an psychische Vorgänge und in ihrem Ausdruck an persönliche Sprachgebung
gebunden ist, intersubjektiv aktualisieren?
Ihr Reiz ist, daß sie Details anbieten kann, die Alltagsgeschehen zeigen, das für gewöhnlich am wenigsten
dokumentiert ist. Details als Informationselemente sind unwillkürlicher, daher weniger gedeutet. Zwar häufig zur
Befriedigung lediglich automatischer, zielloser Neugier eingesetzt, können sie im besseren Fall eine Person lebendiger
und unverwechselbarer erscheinen lassen und ein Erstarren im Statuarischen verhindern. Jedenfalls lassen sie eine
menschliche Unmittelbarkeit entstehen, hinter der Forschende mit ihren Werkzeugen des Eruierens oft zurückbleiben
müssen. Allerdings bergen Details auch besondere Gefahren: Sie rufen unmittelbar Bilder hervor, und diese treten
so direkt vor die Augen, daß weiteres Sehen unnötig scheint und ihr Entstehungs- und Vermittlungsvorgang, die
Tatsache von Auswahl
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1 Innerhalb der Reihe "Zu Gast bei..." wurde am 4.6.1968 eine
halbstündige Schulfunksendung des ORF über Christine Lavant im Fernsehen ausgestrahlt (Buch: Jeannie Ebner u.
Hermann Lein).
Um auch von Christine Lavant etwas darüber zu erfahren, wie sie zu ihrer Dichtung kommt und steht, hat Hilde Domin
sie für die von ihr herausgegebene Sammlung Doppelinterpretationen befragt (Frankfurt/M., Bonn: Athenäum
1966). Die Frage wurde lapidar und am Rande eines privaten Briefwechsels zwischen beiden (und im übrigen zunächst
auf ein anderes Gedicht bezogen als auf das später für die Doppelinterpretationen gewählte) beantwortet: "Dies
Gedicht ist, wie fast alle anderen meiner Gedichte, der Versuch, eine - für mich notwendige - Selbstanklage
verschlüsselt auszusagen." (Abgedruckt dann in Doppelinterpretationen, S. 150.)
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und Überformung, kurz: das Mediale, nurmehr sehr schwer wahrgenommen werden kann. Es wäre erleichternd, wenn die
sich erinnernde Person auch im Detail ihre Perspektive mitreflektierte und Unsicherheiten und Lücken offenlegte -
auch wenn durch Vorsicht die Dinge schwerfälliger werden und um der Haltbarkeit willen auch reduzierende Prozesse
in Kauf genommen werden müssen.
Darstellungen, die die Ebene der Privatheit verlassen, sind an strengere Auflagen gebunden. 'Sachliche'
Biographien müssen das Mediale (ggf. der eigenen Erinnerung wie jeder anderen Äußerungsform) gewärtigen und
beschreiben. Sie haben sich am Anspruch der Objektivität zu messen.
'Poetische' Biographien unternehmen den Versuch, das Trennende des Medialen auszuschalten, das Zeugnishafte zu
überwinden mittels der Fiktion, die sich als Einfühlung in das Stadium vor dem Medium versteht. Die Fiktion versucht
also nicht nur die Schwerfälligkeit des Quellenprüfens, sondern auch die Schwerkraft des Lebensgeschehens zu
überwinden. Man könnte sagen, daß sie einer Wahrheit des Lebens aufzuhelfen versucht, die im Leben Fiktion
ist.2
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2 Diese meine Überlegungen sind kurz und dienen dem Argumentationsverlauf. Zu einer systematischen Erfassung
der Biographie vgl. Helmut Scheuer, Biographie. Überlegungen zu einer Gattungsbeschreibung. In: Vom Anderen
und vom Selbst. Beiträge zu Fragen der Biographie und Autobiographie. Hg. von R. Grimm und J. Hermand. Frankf./M.:
Athenäum 1982, S.11-29. (Er faßt in diesem Aufsatz Teile dessen theoretisch zusammen, was er in seiner großangelegten
Untersuchung zur Biographie in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen ermittelt hat; vgl. H.S., Biographie.
Studien zur Funktion und zum Wandel einer literarischen Gattung vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Stuttgart:
Metzler 1979.) Helmut Scheuer hat ein "Polaritätsmuster" als Gattungsbeschreibung erarbeitet, mit der er jedes einzelne
Beispiel zu erfassen hofft: Die Verhältnisse zwischen den entscheidenden Merkmalen "Subjektivität und Wahrheit,
Singularität und Typik, Vergangenheit und Gegenwart, Individuum und Umwelt" bestimmen eine Biographie (S.13). Interessanter
aber wohl als diese Gattungsbeschreibung aus dem Geist der Klassifizierung ist ein anderer Ansatz: die
Gattungsbeschreibung aus dem "Gattungsverständnis der Autoren". Dabei geht es besonders um das Gattungsverständnis von
Literaten, das immer zugleich auf die Darstellungsformen verweist. Diese reichen in ihrem Spektrum von der
Berücksichtigung "wissenschaftlicher Kriterien" bis zu dem Entwurf, daß das Schreiben über das Leben jederzeit als
"literarische Projektion" erkennbar bleiben soll, daß das Erzählen als Form der Linearität durch brechende Verfahren
wie antichronologische Anordnung, "Collgagetechnik", "wechselnde Perspektiven", "eingeschaltete Reflexionen" abzulösen
ist (vgl. Scheuer, S. 17-21).
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Für beide Biographieformen mag legitimierender Gedanke die Überlegung sein, daß so distanziert wie aufmerksam
Beobachtende einem Leben eine Struktur abgewinnen dürfen - möglicherweise und durchaus auch eine andere Struktur,
als die Person, der dieses Leben gehörte, sie beschrieben hätte oder hat.
Mögen Biographien auch mit verschiedenen Absichten geschrieben werden und sich unterschiedlicher Darstellungsformen
bedienen - ihr Motiv ist im Bedürfnis nach Aktualisierung zu suchen: Man möchte ein Leben erzählen, weil es einem
etwas bedeutet oder bedeuten kann, weil es jemand anderem etwas bedeuten kann oder sollte. Dahinter steht die
grundsätzliche Hoffnung auf Sinnmöglichkeiten im Leben und vielleicht manchmal die Absicht, Sinn nachträglich zu
vergeben, wo ein Leben allem Anschein nach an Umständen gescheitert ist. Sicherlich liegt darin auch das Bedürfnis
nach einem 'Vorbild', an dessen Verhalten in der Welt man Regeln demonstrieren oder ein eigenes Verhältnis dazu
gewinnen möchte - ein Prozeß, der nicht zuletzt auch eine Stellungnahme im aktuellen gesellschaftlichen Kontext
bedeuten kann.3
Wenn also auch in Anliegen und Form verschieden, so darf man sowohl von der 'sachlichen' als auch von
der 'poetischen' Biographie Genauigkeit erwarten (wie man sie eben von Erinnerungen leider nur erhoffen darf);
Genauigkeit auch verstanden als Respekt, also als eine eigentlich menschliche Qualität und nicht nur eine der
Wissenschaft zugeschlagene Methode. Dazu gehört auch das Mitreflektieren der Tatsache, daß jede 'Sichtweise' nur
eine Spur verfolgt, die Orientierung inmitten der Ausgedehntheit der Dinge, ihren komplexen unüberschaubaren
Zusammenhängen, bieten soll.
Jeder biographische Ansatz wird seine eigene Methode suchen und begründen müssen.
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Scheuer bezeichnet die Biographie als eine Form "im Grenzgebiet von Wissenschaft und Kunst" (S.9); die Reflexionen
von Schreibenden über Schreibende weisen sie als ein philosophisches Problem aus.
Die unterschiedlichen Formen der Biographien von Literaten über Literaten beschreibt Reinhard Baumgart unter dem
Aspekt, welchen Faktor die 'Phantasie' in jeder biographischen Annäherung spielt und wie die Autoren ihre
'Phantasie' zur Annäherung einsetzen. (Vgl. Reinhard Baumgart: Die biographische Phantasie. In: Glücksgeist
und Jammerseele. Über Leben und Schreiben, Vernunft und Literatur. München, Wien: Carl Hanser Verlag 1986, S.
106-132.)
3 Helmut Scheuer bezeichnet die Biographie als "operationale Literaturform": "Es ist wichtig zu wissen,
in welcher literarischen Tradition sie steht; aber ebenso wichtig ist, welche sozialen, ideologischen oder
didaktischen Wirkungen angestrebt bzw. erreicht werden." (Vgl. Helmut Scheuer, ebda., S.11.)
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Die Kunst der Biographie liegt in der Verbindung von Lebendigkeit und Genauigkeit.
Diese Überlegungen zu biographischer Näherung entstanden in der Auseinandersetzung mit dem Buch, das Ingeborg
Teuffenbach über Christine Lavant schrieb.
Es ist neben dem Mosaik von Erinnerungen der Verwandten, Freunde, Bekannten bisher die einzige biographische
Annäherung, die das Leben Christine Lavants in seinem Verlauf und mit seinem Hintergrund sichtbar machen will.
Ingeborg Teuffenbach (1914-1992) hat als Kulturschaffende in Innsbruck und als Autorin von Gedichten, Hörspielen,
Erzählungen, Romanen eine gewisse Bekanntheit erlangt. Sie war eine langjährige, Ende der 40er Jahre auch enge
Freundin Christine Lavants. Sie konnte für ihr Buch Christine Lavant. Zeugnis einer
Freundschaft4 auf Dokumente (Briefe, Gedichte, Prosa) zurückgreifen, die sie
im Laufe der Jahre von Christine Lavant erhalten hatte. Sie schreibt im Vorwort: "Wenn ich heute über Leben
und Werk der Christine Lavant berichte, dann ist nicht Mystifikation mein Anliegen, sondern der Nachweis dessen,
was ich bescheinigen kann, was vielleicht auf Sinnfälliges aufmerksam macht." (8)
Eine Person, die die dargestellte Person gekannt hat, wird eine andere Biographie schreiben als eine, die sich die
Biographie zu 'erarbeiten' hat. Nahe Bekanntschaft bietet zudem Detailwissen von Situationen, die von anderen
nicht beobachtet werden konnten. Ingeborg Teuffenbach selbst redet von "bescheinigen" und reklamiert den Anspruch
auf Nachweis.
Ingeborg Teuffenbach ist selbst Schriftstellerin und sie schreibt über eine Dichterin. Eine poetische
Form böte sich an.
Bei Ingeborg Teuffenbach gibt es nun weder die Reflexion über die Möglichkeiten biographischen Schreibens noch
die über ihre eigene Methode. Es gibt verschiedene Darstellungsebenen, und diese sind verwischt: Ingeborg Teuffenbach
verquickt ihre Erinnerungen (die Zeit der häufigeren Besuche - 1948 und 1949 - liegt bei Abfassung des
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4 Ingeborg Teuffenbach: Christine Lavant. Zeugnis einer Freundschaft,
Zürich: Ammann-Verlag
1989 (21994). Im folgenden werden Zitate aus diesem Buch nur unter der Angabe der
Seitenzahlen nachgewiesen.
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Buches immerhin 40 Jahre zurück) mit Sachinformationen und Dokumenten, andererseits mit der Imagination von
Christine Lavants Kindheit, mit literarischer Rekonstruktion von Zusammenhängen und mit Informationen, die
sich bei genauerer Hinsicht als aus Christine Lavants Werk übernommen erweisen.
Das Buch ist in jeder Hinsicht ungenau.
Sich eine Situation auszumalen hat eben nicht die Qualität der Fiktion, und Geschichten über eine Person zu erzählen
entspricht nicht dem Bemühen um deren Leben - in diesem Buch verfügen Behauptungen über 'Material' und 'Objekt',
hält sich eine Behauptungsstruktur jede Genauigkeit vom Leibe.
Es wird sich nicht überprüfen lassen, was von den Erzählungen über die Kindheit Christine Lavants, was von den
privaten Erinnerungen stimmt, aber wer sich die Mühe macht, manchen verkürzt oder unstimmig wirkenden Ausführungen
nachzugehen, wird auf unzählige Ungenauigkeiten und Fehler stoßen (die auch nicht durch den Hinweis zu erklären
wären, daß das Buch erste Vorstöße in Richtung einer biographischen 'Erfassung' anstrebte und daß oft erst im Laufe
der Zeit Material bekannt wird, das Akzentsetzungen verändert oder manches als falsche Vermutung erweist), und wer
die Lavant-Dokumente im ursprünglichen Wortlaut gelesen hat, wird sie im Buch von Ingeborg Teuffenbach nicht
wiedererkennen.5
Im folgenden wird zunächst anhand von Beispielen die Differenz zwischen dem originalen Material und seiner
Verwendung gezeigt6, dann soll der Zusammenhang zwischen chronologisch sowie
sachlich falschen Angaben und inhaltlichen Suggestionen aufgewiesen werden. Ein abschließender Abschnitt dient
dem Nachweis, daß und in welcher Weise Ingeborg Teuffenbach ihre eigenen Vorstellungen auf Christine Lavant
übertragen hat.
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5 Der Nachlaß Ingeborg Teuffenbachs wird im Forschungsinstitut
Brenner-Archiv, Innsbruck, aufbewahrt. Bei der Aufgabe, den Nachlaß zu ordnen, stieß ich auf die Lavant-Dokumente.
Sie sind so verschieden von ihrer Darbietung im Teuffenbach-Buch und schienen mir als eigenständige Zeugnisse so
wertvoll, daß ich einen Text und die Briefe als eigene Ausgaben herausgegeben habe (vgl. Anm. 7 und 8). (Die
Gedichte und die kleinere Prosa werden in der zur Zeit entstehenden Gesamtausgabe dokumentiert werden; auf sie
wird deswegen hier kein weiterer Bezug genommen.)
6 Laut Auskunft des Ammann-Verlages haben damals Umstrukturierungen des Verlags dazu
geführt, daß es praktisch kein philologisches Lektorat gegeben hat.
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Im Nachlaß Ingeborg Teuffenbachs fand sich ein 47 Seiten umfassendes Typoskript von Christine Lavant, bestehend
aus zwei Teilen, datiert auf den 22. und den 24.6.1948.7 In Ingeborg Teuffenbachs
Buch über Christine Lavant werden Stellen daraus zitiert. In diesen Zitaten sind Auslassungen - z.T. ganzer
Satzteile und Sätze - nicht gekennzeichnet. Ferner wurde der Text sprachlich überformt; z. B. wird die Stelle aus
SiM: "Ich möchte nicht, daß du meinst es würde dir [...]" (9) - bei Ingeborg Teuffenbach folgendermaßen
wiedergegeben: "Nicht, daß du meinst, es würde dir [...]" (20). So kommt es zu Akzentverschiebungen. Was jedoch
darüber hinaus verwundert, ist die Art, wie die verschiedenen Zitate aus diesem Typoskript eingeführt oder
nachgewiesen werden: Einmal als aus "den Papieren aus Heften und Schulbüchern" (20), ein anderes Mal als aus
einem "Blatt, das sie [Chr.L.] mit schwachen Schriftzügen vollgeschmiert hatte" (80), dann wieder als aus "einem
Brief an mich" (146); einmal ist etwas in "einer ihrer [Chr.L.] frühen Mitteilungen" (171) zu finden, einmal ist es
einfach von Christine Lavant gesagt. Zitate aus dem Text werden wiederholt als "undatiert" gekennzeichnet.
Wenn auch als Material vielfach verwendet, wird das Typoskript an sich, ein Text von autonomer literarischer
Qualität, im Buch von Ingeborg Teuffenbach gar nicht erwähnt.
Im Nachlaß Ingeborg Teuffenbachs liegen weiters 38 Briefe von Christine Lavant.8
Ich verzichte auf eine Kritik der auch hier ganz unzulänglichen Art des Nachweisens, möchte vielmehr einige
Stellen des Buches über Christine Lavant genauer betrachten, an denen dessen Verfasserin Inhalte herstellt, die
entweder durch gar kein Material belegt sind oder nur durch weitreichende Veränderung des Materials zustande
kommen.
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7 Es ist unter dem Titel Die Schöne im Mohnkleid im Otto Müller
Verlag: Salzburg 1996, erschienen. (Im folg. als SiM abgekürzt.)
Als Belege für den unzureichenden Umgang mit dem Material seien im folgenden sämtliche Parallelstellen zwischen dem
Buch von Ingeborg Teuffenbach und der den Originalwortlaut wiedergebenden Veröffentlichung angeboten (die Eingriffe
der Herausgeberin A.S. in SiM betreffen allein Interpunktion und Orthographie): 1) 13f. - SiM 11f.; 2) 20 o. -
SiM 7; 3) 20f. - SiM 9f. + 14f; 4) 23 - SiM 13f.; 5) 81-83 - SiM 15-21; 6) 146 - SiM 30; 7) 167 - SiM 8; 8) 168 0. -
SiM 32; 9) 168 u. - SiM 57; 10) 171f. - SiM 105.
8 Die Briefe sind alle veröffentlicht unter dem Titel Herz auf dem Sprung im Otto
Müller Verlag, Salzburg 1997. (Aus ihnen wird unter Angabe des Datums sowie der Abkürzung HadS + Seitenzahl
zitiert. Hinweis: Die Schreibung der Datierungen folgt in diesem Aufsatz der in der Edition begründeten Form, d.h.
ein mit einem Punkt abgeschlossenes Datum ist eines von Christine Lavants eigener Hand. In eckigen Klammern
angeführte Daten sind erschlossen. Nur unsicher lesbare Zahlen werden in der
Transkription klein wiedergegeben.)
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Meine Ausführungen zu den folgenden beiden Stellen beruhen zudem auf der Annahme, daß Ingeborg Teuffenbach
keine weiteren Briefe oder Zettel vorlagen, die ihre Angaben stützen könnten. Es gibt nämlich kein einziges Zitat
in dem Buch über Christine Lavant, dessen Herkunft nicht aus den uns vorliegenden Briefen von Christine Lavant
nachzuweisen wäre; für die Existenz weiterer Briefe gibt es somit keinen Hinweis. Zudem beziehen sich die nicht
belegbaren Mitteilungen von Ingeborg Teuffenbach jeweils auf mehrere Briefe, und es ist höchst unwahrscheinlich,
daß ausgerechnet gerade diese Briefe alle fehlen sollten. - "In ihren Briefen über den Verleger tauchte nur
das Persönliche auf. Was er trägt, wie er aussieht, was er gerne ißt, wie er spricht; ein nicht alter Mann
interessierte sich für sie, das hatte sie bisher noch nicht erlebt, sie genoß es, daß er ihr anscheinend
zugetan war." (72) und: "von Christine erhielt ich immer neue Meldungen über des Verlegers Aufmerksamkeiten
für sie." (73) - Es liegt kein einziger Brief vor, der über Herrn Kubzcak auch nur annähernd in der beschriebenen
Weise spräche. Nichts bestätigt die von Ingeborg Teuffenbach behauptete Art der Beziehung zwischen Viktor Kubczak
und Christine Lavant. - Christine Lavant "redete mit Frau N., die ebenfalls vom Land kommt, über Schafweide,
Rübenanbau und Grasschnitt (in ihren künftigen Briefen ließ sie Frau N. immer durch mich grüßen)." (128) - In keinem
der Briefe kommt eine Frau N. vor. Jedoch 'stützt' diese Aussage den Eindruck, als käme Christine Lavant "vom Land",
habe etwas 'Bäurisches'. Auch explizit werden ihre Person oder eine Verhaltensweise als "bauernschlau" (120)
und "bäuerlich" (75, 137) charakterisiert.
- Ingeborg Teuffenbach zitiert aus einem (nicht weiter nachgewiesenen) Brief: "Einmal werde ich dir alles
genau erzählen, auch das vom Irrenhaus. Denk immer daran, wie ich Dich gernhabe und daß ich Dir wissentlich nichts
Ungutes zufüge..." (60). Diese Stelle gibt es nirgends. Verwendung fanden darin wohl die Schlußsätze aus dem
Brief vom 23.[22.] 11.48.: "Liebe liebe Ingeborg, gelt Du wirst mich nie verdammen, denk an meine armen Hände und wie
da alles Unheil schon drinnen ist. Denk wie ich Dich liebhabe und daß ich Dir wenigstens wissentlich nie Ungutes
zufügte. Sicher hast auch Du Deine Art zu beten, tue es manchmal für mich." (HadS 47) Es gibt keine Stelle in den
Briefen, die einen Aufenthalt Christine Lavants im "Irrenhaus" belegen könnte; wohl aber spricht sie manchmal von
ihrer ungeheuren Angst davor. Auch ist mir bisher keine andere Stelle bekannt, in der Christine Lavant von einem
Aufenthalt in einem "Irrenhaus" spräche. (Über die Verwendung der längst als
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herabwürdigend geächteten Begriffe "Irrenhaus" (40), "Irrenanstalt" (59) durch Ingeborg Teuffenbach im Jahre
1989 kann man sich nur wundern.)
- Ingeborg Teuffenbach zitiert aus einem Brief von Christine Lavant: "Ich bin so froh über diese beiden
Sachen (eine von mir geschenkte Kette war das zweite) allerdings stirbt man auch viel schwerer fort, wenn man
solches hat." (140); ein Datum wird nicht angegeben. Im Brief Christine Lavants (er trägt das Datum 29.12.49.) steht
folgendes: [am Anfang:] "Deine Vase ist ein ganz wunderbares Geschenk [...]" (HadS 75), [später:] "Ich bin so
froh über diese beiden schönen Sachen, (die Vase und den Anhänger) allerdings stirbt man auch viel schwerer dann
fort wenn man solches hat." (HadS 76) Hier kann man vermuten, daß Ingeborg Teuffenbach gerne 'entsprechend' geschenkt
hätte, nämlich eine Kette zu dem Anhänger, den sie anscheinend selbst als mit höherer symbolischer Kraft, zumindest
mit mehr Würde ausgestattet sah als eine Vase, die ihr dagegen wohl als profan erschien.
Weder wird das Material zeitlich richtig zugeordnet, noch stellt es gar ein zeitliches Raster her. Mit Datierungen
wird ganz nach Belieben verfahren.9 Überhaupt ist die Abfolge der Situationen
und Ereignisse im Buch so ungenau und durcheinandergeworfen, daß es schwer fällt, auf einzelne Punkte genauer
einzugehen. Ich meine es als Täuschung auffassen zu dürfen, wenn Ingeborg Teuffenbach auf den Seiten, die die Zeit
Christine Lavants in Klagenfurt (Dez. 1966 - April 1968) als zeitlichen Hintergrund haben (131-138),
Briefstellen anführt, die aus dem Brief vom 9.4.56. sowie aus auf 1956 erschließbaren Briefen stammen, sodann
für die Zeit nach der Rückkehr aus Klagenfurt (140 f.) Stellen aus dem Brief vom
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9 Als Belege dafür seien hier noch einige Stellen aus dem Buch von
Ingeborg Teuffenbach angeführt:
- zu S.49: "Die Jahreszahl fehlt, wie bei den meisten ihrer Zettelbriefe. Ich nehme an, daß es das Jahr 1947
war." Der Brief, geschrieben in ausgesprochener Schönschrift, ist datiert auf den 22.6.48. Er war das Begleitschreiben
zu dem oben besprochenen Text (Die Schöne im Mohnkleid).
- zu S.55f.: Der Brief wird als "undatiert" angegeben; das Original trägt das Datum 19.7.48.
- zu S.66f.: Die angebliche zeitliche Abfolge beruht auf Erfindung, denn beide Abschnitte stammen aus ein und
demselben Brief vom 27.10.[1948]. Auch von einem bitterbösen Ton kann keine Rede sein. - Der Abschnitt mit
dem "Obdachlosen" wiederum, angeblich "unmittelbar danach", stammt aus einem eindeutig früheren
Brief ([um den 1.10.1948]).
- zu S.76: Das Zitat ist aus zwei Briefen zusammengesetzt: vgl. 9.4.56 und [23./24.Nov.1948].
- zu S.92f.: Der angeblich undatierte Brief trägt das Datum 27.9.52. Er wurde also bereits nach Ingeborg
Teuffenbachs Umzug nach Innsbruck geschrieben, von dem sie erst später spricht.
- zu S.113: Der angeblich undatierte Brief trägt das Datum 9.4.56.
- zu S.121f.: Die beiden ins Jahr 1958 verlegten Briefe stammen wie die folgend zitierten aus dem Jahre 1956 und
beziehen sich auf eine geplante Lesung in Innsbruck.
Ingeborg Teuffenbach hat sich nicht die geringste Mühe gemacht, den Entstehungszeitpunkt oder -zeitraum tatsächlich
undatierter Briefe zu erschließen.
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29.12.49. sowie aus einem anderen, der auf den Dezember 1956 zu datieren ist. Es sollte eine Kontinuität des
Kontakts für die 60er Jahre hergestellt werden, die es so nicht gegeben hat.10 Text
und Briefe sind also so zerlegt wie für die Inhalte benötigt, die zu transportieren schon vorher die Perspektive
entschieden hat. Durch dieses Verfahren der Zerlegung wird nicht zuletzt der Eindruck erweckt, es gäbe mehr
Material, als tatsächlich vorhanden war.
Auch der in Ingeborg Teuffenbachs Buch vermittelte 'optische' Eindruck von Christine Lavants Briefen
ist irreführend. So wird z. B. wiederholt die Vorstellung erweckt, als hätte Christine Lavant abgerissene
Notizzettelchen verschickt. Ein angeblicher "Zettelbrief' (49) ist einer der ausgesprochenen 'Schönschriftbriefe'
am Anfang der Beziehung (vgl. das Original des Briefs vom 22.6.48.); ein anderer "Zettel" (75) ist ein normaler
Briefbogen (vgl. das Original des Briefs vom 22./3. [22.] 11.48.) Von keinem der erwähnten Briefe wird das vorhandene
Datum angegeben. Das "Blatt", das sie angeblich "mit schwachen Schriftzügen vollgeschmiert hatte" existiert nicht;
der zitierte Text stammt aus dem oben genannten Typoskript; "tränenverschmierte Nachtbriefe" (91) gibt es nicht,
"Zettelchen" mit Zeichnungen (68) auch nicht. Ein sogenannter "Morgenzettel" (68) ist ein ausführlicher Brief, und
im übrigen nicht einer, der schon morgens transportiert wurde: er trägt als Datum (das nicht angegeben
wird): "10.5.49 (vormittags)". Christine Lavant "kritzelte" "Erhängen ist so
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10 Ingeborg Teuffenbach hat in dem Buch den Eindruck eines durchgängig
intensiven und regen Kontaktes entstehen lassen. Nur zur Orientierung im folgenden eine kurze Liste der den
Kalendern Ingeborg Teuffenbachs (Nachlaß 1. Teuffenbach, Brenner-Archiv) zu entnehmenden Begegnungen zwischen
Christine Lavant und Ingeborg Teuffenbach. (Die Kalender halten, und das konsequent, gewesene Tagesaktivitäten fest;
sie dienten nicht der Planung von Terminen; der Notatcharakter wird durch Partizipialkonstruktionen
deutlich, z. B. "Tante Reserl angekommen", "Arbeit an Gedichten vollendet." Die Kalender scheinen von daher eine
gewisse Zuverläsigkeit zu bieten und zur Information herangezogen werden zu können.) Im Jahre 1948 trafen sie sich
laut Kalender 13 mal; 1949 12 mal, 1950 3 mal, 1951 3 mal. Mit dem Umzug der Familie Capra-Teuffenbach nach Innsbruck
im Oktober 1951 hörte dieser persönliche Besuchskontakt auf. Ingeborg Teuffenbach kam bis zum Tode ihrer
Mutter (Dez. 1971) allerdings regelmäßig zu Besuchen nach Wolfsberg (Ostern, Geburtstag der Mutter). Christine
Lavant besuchte sie 3 mal in Innsbruck (1955, 1961, 1964). Nimmt man die Liste der persönlichen Begegnungen als
Maßstab, so zeigt sich, daß der Kontakt nicht so ausgiebig und durchgängig war wie suggeriert. Damit soll nicht
bestritten werden, daß Ingeborg Teuffenbach in Lavants Leben einen wirklichen Platz eingenommen hat, was auch die
Briefe zeigen.
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furchtbar" nicht an den "Rand einer karierten Seite" (76): dieser Teilsatz steht im fortlaufenden Text eines
maschinengeschriebenen Briefes vom 23.[22.].11.48. (HadS 45).
Abgesehen von kleineren sachlichen Fehlern (die Bettlerschale wurde nicht 1955 publiziert, sondern 1956; Dr. Otto
Scrinzy heißt richtig Dr. Otto Scrinzi; die "Tagung mit dem Titel 'Begegnungen von Exponenten des österreichischen
Geisteslebens"' (87) hieß "Tagung zeitgenössischer österreichischer Autoren und Komponisten" - zudem stand der Name
Thomas Bernhards nicht auf dem Tagungsprogramm - usw.), bleiben ganze Situationen oder Zusammenhänge undurchsichtig
oder sind falsch dargestellt.
- Die beiden "Hausfrauen" (Vermieterinnen), zunächst Frau Maria Juri, seit Herbst 1950 Frau Gertrud Lintschnig, zu
denen Christine Lavant ein sehr unterschiedliches Verhältnis hatte (74), erscheinen bei Ingeborg Teuffenbach als
eine Person.
- "Die gemeinsam verbrachten Montage und Donnerstage fielen aus." (91): Der Eindruck von derartig geregeltem,
ausgiebigem, beinahe ritualisiertem Kontakt wird durch die Notizkalender Ingeborg Teuffenbachs relativiert. Sie
verzeichnen für das Jahr mit den häufigsten Besuchen, 1948, Treffen am Di., 13. 01.; Do., 29.04.; Fr., 4.06.;
Mo., 21.06.; Mo., 5.07.; Mo., 19.07.; Fr., 6.08.; Mo., 23.08.; Mo., 18.10.; Mi., 27.10.; Di., 2.11.; Mo., 22.11.;
Mo., 29.11. Im Jahre 1949 traf man sich zwar in der Tat meistens montags, aber nur einmal an einem Donnerstag.
- Nicht unterschieden werden die beiden Trakl-Preise (die Jahreszahlen der Verleihungen, 1954 und 1964, fehlen
ohnehin); die Ereignisse werden durcheinandergemengt und zu einer Situation gemacht (104/105). Ludwig v. Ficker
lernte Christine Lavant persönlich bei der Verleihung des ersten Trakl-Preises (den sie gemeinsam mit Christine
Busta, Michael Guttenbrunner und Wilhelm Szabo erhielt) 1954 kennen. Der auf S.105 zitierte Brief von Christine
Lavant bezieht sich aber auf die Preisverleihung von 1964; und auch der Besuch Christine Lavants in Innsbruck
fand nach der Preisverleihung im Jahre 1964 statt (er ist im Kalender Ingeborg Teuffenbachs unter dem 10.-13. Nov.
verzeichnet; für das Jahr 1954 liegt keine entsprechende Eintragung vor). Vgl. dazu auch S.130: In der Tat hatte
Christine Lavant während ihres Besuches in Innsbruck 1964 eine Benachrichtigung über den besorgniserregenden
Zustand der 'Frau' (das ist Gertrud Lintschnig) erhalten. Ingeborg
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Teuffenbach behauptet: "Die Frau lebte noch lange Jahre, ehe sie an Krebs starb." - Gertrud Lintschnig
verstarb im Mai 1965.
Auch im Hinblick auf die anderen Preise werden falsche Angaben gemacht (117).
- Christine Lavants Reise nach Istanbul wird als Folge einer Einladung durch "die Leiterin eines deutschen
Ordens" dargestellt (119); es entsteht der Eindruck, als habe Christine Lavant eine spirituelle Erholungsreise
in die Arme wohlmeinender Nonnen angetreten. Zur Reise der Christine Lavant nach Istanbul schrieb mir Mag. Franz
Kangler CM, Superior und Direktor des Österreichischen St. Georgs-Kollegs in Istanbul:
"Christine Lavant war 1958 in St. Georg. Damals gab es noch kein eigenes österreichisches Kulturinstitut, und die
österreichische Kulturarbeit wurde von St. Georg aus im Auftrag des Wiener Ministeriums koordiniert. In diesem
Zusammenhang hat das Kolleg Musiker, Bildende Künstler und Dichter eingeladen, die dann hier verschiedene
Veranstaltungen abhielten. Die Künstler haben damals auch meist in St. Georg gewohnt. Das St. Georgs-Kolleg wird von
der katholischen Gemeinschaft der Lazaristen (Missionspriestern vom Hl. Vinzenz von Paul) in Zusammenarbeit mit
den Barmherzigen Schwestern geleitet. Der damals für die Kulturarbeit verantwortliche Dr. Ludwig Jorda ist leider
bereits verstorben. Ich habe in unserem Archiv nach Briefen gesucht, konnte aber dort leider nichts entdecken. Wohl
aber kann ich aus unserem Gästebuch eine sehr berührende Eintragung in Kopie beifügen." (Brief vom 7.1.1997)
Die Eintragung lautet:
"Durch weite Wüsten geht sie wie durch Gärten
braucht keine Hoffnung fleht um keine Gnade
geht seltsamm aufgerichtet u. gerade
durch alle Stunden die ihr nichts gewährten
und nimmt sich niemals auch die kleinste Rose. -
(aus dem Gedicht: "Die vollkommene Liebe")
gedichtet schon vor Jahren; wahrhaft angetroffen erst im Juni 1958 in St. Georg Istanbul
Christine Lavant."
(Vgl. Die vollendete Liebe in: Die unvollendete Liebe, Stuttgart: Brentanoverlag 1949, S.21.)
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- Bezüglich einer von der Innsbrucker literarischen Vereinigung 'Der Turmbund' geplanten Lesung schreibt
Ingeborg Teuffenbach: "Wir betteten die Lavant in so viel Familienwärme, daß sie die Lesung und den Abend gut
überstand" (123). Zu dieser Lesung ist Christine Lavant allerdings gar nicht gefahren, weil die Terminplanung sie
zu spät erreichte. (Vgl. den Brief von [Mitte November 1956], HadS 122.)
- Die beiden Dorfnamen Ettendorf und Preitenegg werden als Geheimsprache für "bestimmte[n] Mitteilungen" zwischen
Christine Lavant und Ingeborg Teuffenbach beschrieben (129); "'Preitenegg' [...] für feindlich und Ettendorf
für freundlich". "Ettendorf'und "Preitenegg" waren jedoch keineswegs Vokabeln einer privaten Sprache zwischen
Ingeborg Teuffenbach und Christine Lavant. Die Anekdoten, die sich zu diesen Chiffren verdichteten, betrafen
Christine Lavants Tante und ihre älteste Schwester und kreisten in der ganzen Familie und Bekanntschaft (der Neffe
Christine Lavants, Armin Wigotschnig, erzählte sie mir): Jemand hatte der 'Wettl-Tant' (d.i. Barbara Hans) schwärmend
von Ettendorf erzählt, und es wurde ihr Wunsch, selbst dorthin zu reisen. Aber es sollte noch lange,
erwartungssteigernde Jahre dauern, bis sie dieses Ziel ereichte. Zurückgekehrt nach ihrem Eindruck befragt, machte
sie eine wegwerfende Handbewegung und meinte kurz "Ettendorf, dös is a lei dös Oarschloch der Wölt". Christine
Lavant beherrschte die Imitation von Geste und Aussage angeblich perfekt, und auch andere fanden Gefallen
daran -: 'Ettendorf' stand für die Enttäuschung, für etwas Unerfreuliches. Wie selbständig der Begriff jenseits
von dieser Anekdote funktionierte, zeigt ein Brief Christine Lavants an Gerhard Lampersberg [1958]: "[...] Aber
sonst war es in Istanbul auch oft Ettendorf weil ich viel allein und verlassen war. [...]" (abgedruckt
in: Fidibus. Zeitschrift für Literatur und Literaturwissenschaft. 20. Jg., Nr.1, 1992, S.97).
Christine Lavants Schwester Josefine, 'Pepi', stand bei Graf und Gräfin Henckel von Donnersmarck als Wirtschafterin
in Diensten. Dazu gehörte auch, daß sie die Gräfin nach Monte Carlo und den Grafen auf seine Jagd bei
Preitenegg begleitete. Sie schilderte dort Erlebtes in den rosigsten Farben, wobei sich ein erzählerisches
Naturell mit angenommenem 'Gräfinnenstil' mischte. Amüsiert übernahm man 'Preitenegg' für das Hochgefühl
schlechthin. Bei Ingeborg Teuffenbach sind also sogar die Bedeutungen der beiden Begriffe vertauscht.
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Ingeborg Teuffenbach scheint so manche Angabe zur Biographie Christine Lavants dem Typoskript
(jetzt: Die Schöne im Mohnkleid), den Briefen und auch manchen Prosatexten Christine Lavants
'entnommen' zu haben. Das bot sich besonders im Falle des Materials an, das nur ihr vorlag und sonst
niemandem bekannt war. So scheinen sich die Hinweise auf die Formeln, mit denen man das kranke Kind
vertröstete (26; SiM 61/62) oder auf das Entstehen des Schreibens aus einem inneren Rhythmus
heraus (30, 79, 164; SiM 16) an Stellen aus Die Schöne im Mohnkleid anzulehnen. Ingeborg Teuffenbach
schildert außerdem die beschwerliche Wanderung des Kindes Christine Thonhauser (der Geburtsname Christine
Lavants) nach Klagenfurt, wohin dessen geliebte Lehrerin versetzt wurde, der es folgen will (60-65); sie
schildert diese Wanderung als einen Weg in die Enttäuschung (da das Mädchen die Lehrerin nicht antrifft,
aber körperlich völlig entkräftet ist) und in den Todeswunsch. In Die Schöne im Mohnkleid gibt es auch
eine Wanderung nach Klagenfurt: da soll einer geliebten Lehrerin die erste Geschichte dargebracht werden.
Diese Lehrerin ist zuhause, entpuppt sich aber als enttäuschend konventionell. Hier ist es ein Weg der
Desillusionierung, aber auch einer des Erwachsenwerdens - eine Erfahrung, die in dem Text als eine im Leben
sich oft wiederholende Situation gezeigt wird. Unabhängig davon, ob und wie es diesen 'Aufbruch nach Klagenfurt'
gab - bei Ingeborg Teuffenbach gibt es keinerlei Hinweis darauf, daß Christine Lavant selbst eine literarische
Verarbeitung angeboten hatte. Diese hat nichts mit der Version von Ingeborg Teuffenbach gemein, die auch an anderen
Stellen ihres Buches Christine Lavant als todessehnsüchtig darstellt (14, 40/41, 43, 63, 67, 91; eine
Charakterisierung, die im übrigen auch durch die Briefe nicht bestätigt wird). Auch Briefe scheinen zu
biographischen Angaben verarbeitet worden zu sein. So ist z. B. die Stelle im Brief vom 4.7.49. (HadS 67): "Ich bin
so froh daß es einen Vogel gibt der Deinen Namen reden kann." vermutlich der Ausgangspunkt für die
Behauptung, Christine Lavant habe gesagt, "daß Vögel Namen rufen". (Sie findet sich in dem Beitrag, den
Ingeborg Teuffenbach für den Band Steige, steige, verwunschene Kraft. Erinnerungen an Christine Lavant,
Wolfsberg: Verlag Ernst Ploetz, 11978, verfaßte und der als eine Art
Vorveröffentlichung aus dem späteren Buch verstanden werden kann, auf S.30; im Buch über Christine Lavant
wird das auf die "Huhnsprache" eingegrenzt, 153.) Das angebliche Gespräch über die Spiele der Kinderzeit (47)
könnte aus dem Brief entwickelt worden sein, in dem es um ein "Kinderreigenspiel" geht, und in dem es
heißt: "Diese Spiele - findest Du nicht? - sind
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alle so sonderbar geheimnisvoll und wie gut wäre es wenn wir den tiefsten Sinn davon wüßten." (Brief [zw.
Okt. 1948 u. Okt. 1951], HadS 86 u. 87) - Der Begriff des Engels, der in der Tat in den Briefen an Ingeborg
Teuffenbach und auch in Die Schöne im Mohnkleid häufig vorkommt, kann hier leider nicht angemessen genau untersucht
und dargestellt werden, aber er funktioniert sicher nicht so naturalistisch, wie Ingeborg Teuffenbach ihn
darstellt ("Engel waren für Christine überall erkennbar: hinfließend am Waldhang, vorbeistreichend am Fluß,
schwebend im Nebel und postiert hinter Bäumen."(16)). Wenn Christine Lavant bei einem Besuch Ingeborg
Teuffenbachs in Klagenfurt gesagt haben soll, daß "sich ihr Denken und Handeln vereinfacht habe" (137), dann
finden sich darin Worte aus einem Brief von 1955 wieder: "Damit vereinfacht sich Denken und Handeln und wohl
auch das Wünschen." ([nach dem 10./11. 4. (Ostern) 1955], HadS 100).
Es ist natürlich möglich, daß Christine Lavant die gleichen Dinge schriftlich verarbeitet hat, von denen
sie auch näherstehenden Personen erzählte, aber fast scheint es so, als habe Ingeborg Teuffenbach
von sich aus Prosatexte Christine Lavants biographisch 'aktualisiert': Die Schilderung der
Schwörformeln (13) scheint einen Abschnitt aus Das Krüglein11 aufzugreifen;
auch die Schilderung des in einer Schublade schlafenden Kindes (22) könnte gut aus Das Krüglein stammen (vgl.
dort S.8).
Eine besondere Variante des Verfahrens, zu biographischen Angaben zu kommen, zeigt sich an folgendem
Beispiel (156): Zunächst wird behauptet: "Auch Blitz- und Kristallerfahrungen sind in ihrem Werk zu
finden", und dann werden die ersten Zeilen eines Gedichtes aus dem
Band Spindel im Mond12 zitiert, die diese Aussage belegen sollen: "Reiß
mich los aus dem Kristall,/denn mein Herz, die Wachtel, wartet/mit dem Anschlag, abgekartet/hast du ja den
Körnerfall,/der mein Schicksal sät". Leben und Werk werden umstandslos aufeinander bezogen, wobei der
Zusammenhang überhaupt erst durch freies Assoziieren hergestellt wird. Die hieraus gewonnenen Aussagen sind
unsinnig.13 Interessant in diesem Zusammenhang ist
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11 Christine Lavant: Das Krüglein. Brentano-Verlag: Stuttgart
1949, vgl. dort S.60 und S.90.
12 Christine Lavant: Spindel im Mond. Salzburg: Otto Müller Verlag 1969, vgl. S.38.
13 Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Leben und Werk läßt sich auf der einen Seite mit
dem Begriff der Widerspiegelung (des Lebens im Werk), auf der anderen Seite mit dem Begriff der Autonomie
(Kunst hat sich vom Leben unabhängig gemacht) beantworten. Das ist holzschnittartig, aber als Ausgangspunkt
akzeptabel. Bei Ingeborg Teuffenbach liegt eine höchst banalisierte Form des Widerspiegelungsansatzes
vor. -
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vielleicht folgender Hinweis: In der ersten Auflage von 1989 hat Ingeborg Teuffenbach ein
Rilke-Gedicht, Buddha in der Glorie14, für ein unveröffentlichtes
Gedicht der Lavant gehalten, das sie wie folgt einleitete: "Mit diesem Ich, dem tiefen Selbst, konnte sie immer
noch einen Rest von Hoffnung verbinden" (169). Eine Leserin hat den Verlag auf den Irrtum aufmerksam
gemacht (vgl. Korrespondenz zum Lavant-Buch im Nachlaß I. Teuffenbachs). Aus der zweiten Auflage (1994) ist das
Gedicht ohne einen Hinweis auf die Änderung herausgenommen worden; statt dessen wurden knapp 20 (anscheinend
ursprünglich aus dem Manuskript ausgesonderte) neue Seiten aufgenommen, auf denen wiederum nach dem
undifferenzierten Leben-Werk-Schema verfahren wird.
Darüber hinaus hat Ingeborg Teuffenbach Christine Lavant auch 'weltanschaulich' in eine Ecke gedrückt. Das war
durch einen Gutteil der zuvor bereits unter diesem Blickwinkel entstandenen, wenig differenzierten
Veröffentlichungen vorbereitet, erreicht hier aber eine besondere Ausprägung: Immer wieder stellt Ingeborg
Teuffenbach Christine Lavant dar als mit etwas Übersinnlichem, mit "geheimnisvollen Kräften" (56) im Bunde, bringt
sie in Verbindung mit "Verzückungen" (172), "Ekstase" (27, 145, 149, 155), "Schamanen" (27, 156) und teilt
mit, meistens in der sich höchst ernsthaft gebenden, aber wenig Inhalt tragenden Sprache pseudophilosophischer
und pseudowissenschaftlicher Erkenntnis, daß Christine Lavant die Gabe
zum "Hellsehen" (135)15, "telepathisch[e]" Kräfte (143) und
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Ich gehe davon aus, daß Werk mit dem Leben zusammenhängt, jedoch die Frage nach der Verbindung,
also nach den Prozessen von Autonomisierung, Sublimierung oder ähnlichem in Richtung Werk, oder dem Versuch der
Rückschlüsse in Richtung biographischer Faktizität, äußerst vorsichtig anzugehen ist. Wichtige Differenzierungen
diesbezüglich bietet der Aufsatz von Ulfert Ricklefs: Leben und Schrift. Autobiographische und biographische
Diskurse. Ihre Intertextualität in Literatur und Literaturwissenschaft (Edition). In: editio 9, Tübingen
1995, S.37-62.
14 Z. B. in: Rilke: Werke, hg. vom Insel-Verlag, Textfassung nach der Ausgabe
Rainer Maria Rilke "Sämtliche Werke". Herausgegeben vom Rilke-Archiv. In Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke besorgt
durch Ernst Zinn, Frankf. a.M. 1980, Bd. 2, S.398.
15 Den Tod des 87-jährigen Ludwig v. Ficker für wahrscheinlich zu halten, ist nicht
gerade "Hellsehen" (135). Und wenn Christine Lavant in einem Brief an Ingeborg Teuffenbach zum Tod Otto
Müllers schreibt: "[ ...] weil ich schon voriges Jahr um diese Zeit, als ich ihm eben mein Manuss.
überlassen hatte, plötzlich denken mußte: Wahrscheinlich wird er früher sterben bevor es soweit kommt.", kann
man auch da schlicht von Befürchtung sprechen, denn Otto Müller war beinahe lebenslang krank gewesen und
dann von einem schweren Unfall gezeichnet (vgl. Brief [nach dem 10.2.1956, vor dem 9.4.1956], HadS 109).
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"Vorauswissen" (140, 171) gehabt habe, daß sie Traumanweisungen gegenüber empfänglich war (107, 139), daß sie
möglicherweise das "Planetenrauschen" gehört (153) und daß sie an "Wunder" geglaubt habe (154), daß sie mit
Unbelebtem in eigentümlichem Kontakt stand (24, 151); die "Blitz- und Kristallerfahrungen" (156) wurden schon
erwähnt. Die Annahme verschiedenster nicht genau definierbarer, jedenfalls übernatürlicher Kräfte, denen
rational nachzuforschen auch gar nicht erwünscht zu sein scheint, ist ein Kennzeichen esoterischer
Weltvorstellung. Eine Weltvorstellung dieser Art und Behauptungsstrukturen gehen gerne eine Verbindung ein. An
keiner Stelle gibt es einen Hinweis auf ein auch nur entfernt als authentisch bezeichenbares Lavant-Dokument, das
als Beleg dienen könnte. Es kann nur eine Übertragung von Ingeborg Teuffenbachs Weltbild auf Christine Lavant
angenommen werden.
Wie fraglos Ingeborg Teuffenbach Träume als direkte Aussage versteht, zeigt sich im Buch selbst, wo sie Bezug
auf einen eigenen Traum nimmt ("Ich erwachte und wußte, daß dieser Traum ein Zeichen war.", 142). Sie selbst
hat ihre Träume aufgezeichnet, und an diesen Aufzeichnungen (Nachlaß) läßt sich zeigen, wie sehr sie Träume
direkt an Relevanzen wie 'Auftrag' oder 'Warnung', allg. an 'Mitteilung' bindet; immer wieder geht es um
Gestalten, Stimmen oder Zeichen, die zu ihr sprechen. Auch die Vorstellung von einem vorgezeichneten
Lebensablauf - für eine biographische Annäherung von entscheidender Bedeutung - hat als Prämisse
eine 'Kraft von oben': "Das Schicksal schien nach einem genauen Plan mit ihr vorzugehen. Es ließ
keine der Stationen aus."(43) Überhaupt werden die Bewegungen und Entwicklungen von Christine Lavants
Leben zur 'Bestimmung' gestutzt, in deren Verlaufe Christine Lavant vorbereitet wird, eingeweiht wird,
anschwillt, sich ausströmt und verstummt.
Es kann kaum Zufall oder Schlamperei sein, wenn Ingeborg Teuffenbach einen Brief Christine Lavants wie
folgt zitiert: "Wissen Sie noch als wir uns, als Sie bei mir waren, vor dem Postamt trennten, tauchte
plötzlich ein Rauchfangkehrer auf. Eine gute Bedeutung. Warum nicht?" (52); im Original steht: "Wissen
Sie noch, als wir uns damals wie Sie bei mir waren, vor dem Postamt trennten, tauchte plötzlich ein
Rauchfangkehrer auf. Sie stießen - ich erinnere mich gut - einen kleinen freudig überraschten Ruf aus.
Er [sic] gefiel mir sehr dieses beinah naive jedenfalls sehr spontane Reagieren u. beinah hätte ich
Ihren kleinen Laut
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wiederholt. Eine gute Bedeutung! Warum nicht?" (Brief [wohl zw. dem 13. u. dem 20.1.1948], HadS 15). Hier
ist der Vorgang der Übertragung offenkundig.
Die poetische Leistung Christine Lavants wird in ihrer Charakterisierung als einer "intuitiv Begabten" (170)
absorbiert. In der Rede von "Christines großer Sprachüberschüttung" (56) mischt sich die Suggestion eines 'von
irgendwoher Gegebenen' mit derjenigen einer massenhaften Produktion, die an verschiedenen Stellen begegnet.
Christine Lavant wird explizit in Verbindung mit den Mystikern gebracht: "Das Überrationale,
Unmittelbare, Visionäre wird unter Abwendung vom Genuß und Einschränkung der körperlichen Bedürfnisse
empfangen." (114). Sie "empfängt" etwas, sie ist bloß Medium. Es verwundert von daher also nur auf den
ersten Blick, daß eine mit Literatur Umgang Pflegende wie Ingeborg Teuffenbach Selbstverständlichkeiten
als Besonderheiten charakterisiert: "Der Weg, den das Lavantwerk als Ganzes markiert, liegt in der
eigenständigen Deutung der Dinge, liegt im Verlangen, hinter das zu schauen, was als unverrückbare Norm
für die menschliche Wahrnehmung fixiert wurde." (19) und: "In ihrer Dichtung haben die konkreten Dinge
Eigenschaften, die wir gemeinhin nicht mit ihnen verbinden."(93) Wenn man wie Ingeborg Teuffenbach davon
ausgeht, daß jemand irgendwie von einer Kraft auserwählt wurde, irgendwie von einer Kraft Gestaltetes zu
verstehen oder zu beschreiben, muß es wie ein Wunder erscheinen, wenn eine hohe Sensibilität die Dinge
anders sieht als andere und eine persönliche Kraft eine Sprache dafür empfindet und findet.
Die Behauptungen dieses Buches erwachsen nachweisbar aus einer vorgegebenen Perspektive. Vermutlich hat sich
aufgrund der Teuffenbach-Lektüre bei vielen, die Christine Lavant näher kennenlernen wollten, der Eindruck
festgesetzt, diese sei bäuerlich, intuitiv, mystisch, nicht von dieser Welt, todessehnsüchtig, ja okkult bis
etwas 'abgedreht' gewesen. Dies sind Verzerrungen und Verfälschungen; bei Christine Lavant ließe sich aber
auch ein grundsätzlicher Prozeß der Verengung geradezu beispielhaft untersuchen: Ein anscheinend vorhandenes
menschliches oder gesellschaftliches Bedürfnis nach bestimmter Eigenschaftlichkeit und der natürliche Prozeß
der Reduktion einer Person durch ihre Darstellung kommen einander näher, bis sie sich in einem perfide
stabilen Bild finden. Christine Lavant scheint sich dafür besonders anzubieten, und der Mechanismus wäre
bei ihr
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im Hinblick auf das Bild der Aussätzigen, des Opfers, des Mediums, auf ein bestimmtes Frauenbild usw. zu
untersuchen.
Das Buch Ingeborg Teuffenbachs wurde leider bereits als Quelle für weitere Darstellungen über Christine Lavant
benutzt. Sicherlich hat Kerstin Hensel ihre Begrifflichkeit auch unter dem Eindruck gewonnen, den
Ingeborg Teuffenbachs Buch vermittelt. Sie verbindet die Dichtung der Christine Lavant, aber auch die
Dichterin selbst (durchaus auch hier in der oben kritisierten Methode des Werk-Leben-Schemas) wiederholt mit
dem Attribut des "Hexischen" (Nachwort zu: Christine Lavant: Kreuzzertretung, Leipzig: Reclam 1995).
Barbara Frischmuth hat sich in der Frankfurter Anthologie (FAZ, 2.3.1996, Nr. 53), was biographische
Angaben betrifft, ebenfalls des Buches von Ingeborg Teuffenbach bedient.
Es wäre ganz von neuem zu untersuchen, ob und wie für Christine Lavant 'Dinge hinter den Dingen' lagen. Wie
sieht ihr Verhältnis zu einer 'übergeordneten Ebene' aus? Ist es ungebrochen oder trägt es (selbst)ironische
Elemente, ist es vielleicht sogar als funktionalisiert, als Gestus, zu betrachten? Stehen hinter mancher
Formulierung Abstrahierung oder Sublimierung zur Überwindung des sehr stark irrational geprägten Denkens, in
dem sie aufwuchs? Jedenfalls wäre immer genau zu unterscheiden zwischen Interesse,
Affinität, Glaube bzw. Gläubigkeit, Handeln.
Ragen nicht irrationale Elemente in eines jeden Menschen Lebenshorizont hinein? In hochtechnisierten
Industrienationen gibt es in Krankenhäusern und Hotels keine Zimmer mit der Nummer 13, im Land der
Wolkenkratzer spart man ein 13. Stockwerk aus, bei Prüfungen vermeidet man gerne die Listennummer 13. Dahinter
steht vielleicht die Schonung derer, die an einen Zusammenhang zwischen Zahl und Wirkung glauben. Aber da gibt
es auch die vermutlich weitaus größere Zahl derer, die sich von der Struktur solcher Zusammenhänge zwar
emanzipiert haben, aber auch nicht ganz auf 'etwas' verzichten wollen; - wo sie um eines 'Vorsichtshalber'
willen auf Freiheit verzichten, erhoffen sie andererseits im 'Vielleicht' den Erhalt eines kleinen Stückchens
magischer Kraft.
Briefen Christine Lavants läßt sich entnehmen, daß sie Horoskope gelesen und auch auf sie reagiert hat. Dabei
kann 'Gläubigkeit' freilich nicht unterstellt werden. In einem Brief von [Anfang Dezember 1956] schreibt sie
an Ingeborg Teuffenbach: "In meinem Horoskop heißt es daß im Jänner 57 alles ganz schlimm werden wird: Tiefstand
in der Familie. Ich fürcht
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mich halt immer daß die Sabinn auch sterben wird. Und was dann mit den Kindern und den vielen Schulden?"
(HadS 126) Hier scheint es sich um den beinahe instinktiven Schrecken zu handeln, der sich einstellt, wenn ein
schlechtes Horoskop in eine bedrohte Situation fällt. Eher distanziert äußert sie sich in Briefen an
Gerhard Deesen vom Anfang Januar 1963 ("Im Mai soll ich laut Horoskop 'unüberwindliche Schwierigkeiten'
bekommen. Ich hab die Absicht, grad erst recht durchzuhalten.")16 und vom Anfang März 1964 ("O herrje! da
lese ich: 'Wunschzettel'. Mensch, Du machst mich fertig! - Laut Horoskop bin ich eigentlich 'wunschsüchtig'- und
dabei fällt mir ---- momentan überhaupt bis auf ein paar Platten evt. [nichts ein])."
Anders als für Ingeborg Teuffenbach ist für Christine Lavant (zumindest laut den bisher bekannten Dokumenten) der
Traum keine Handlungsanweisung oder Mitteilung von irgendwoher; er hat lediglich unweigerlich Zusammenhang mit der
eigenen Erfahrung. (Im Brief vom 6.8.48. an Ingeborg Teuffenbach erzählt sie einen Traum nach und schließt mit
den Worten: "Sehen Sie so träumt man wenn man ein schlechtes Gewissen hat.", HadS 26) Auch das Wissen, daß
Christine Lavant Mechthild von Magdeburg, Hildegard von Bingen (vgl. Briefe an den und vom Otto Müller Verlag),
Plotinus, Meister Eckhardt, Jacob Böhme (vgl. Briefe an Ingeborg Teuffenbach), eben 'Mystikerinnen' und 'Mystiker'
gelesen hat, sollte nicht so voreilig wie bei Ingeborg Teuffenbach in der Vorstellung enden, daß sie
selbst 'Mystikerin' gewesen sei. Es gibt keinen Anhaltspunkt für die Annahme, daß Christine Lavant diese
mystische Welt gelebt hat, sich immer weiter in sie hineingelebt hat; vielmehr scheint sie sie als andere
Welt hinzugenommen, sich herangeholt zu haben - als Gegenentwurf zum "Hiesigen" (vgl. Brief [zw. dem 7. u.
dem 19. Dezember 1956], HadS 130). Ob sie auch die Annäherung an ein göttliches Ziel interessiert hat? Vielleicht
reizte der individuellere Zugang gegenüber manchem kollektiven Anspruch der Religion? Vielleicht reizte sie an
den Texten
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16 Gerhard Deesen, er lebte in Kaufbeuren, hatte als Bewunderer ihrer
Gedichte den Briefkontakt zu Christine Lavant aufgenommen; gesehen haben sie sich nie. Eine Auswahl der
Briefe Christine Lavants an ihn ist erschienen in: ensemble, Heft 5, 1974, S.133-157. Der für die
Herausgabe der Briefe zeichnende "H.P." (d.i. Heinz Piontek) fügt nun in den Brief an Gerhard Deesen
vom [Anfang Januar 1963] eine interessante Zugabe ein: "Im Mai soll ich laut Horoskop 'unüberwindliche
Schwierigkeiten' bekommen (vgl. Brief v. Juli 63). Ich hab die Absicht, grad erst recht
durchzuhalten." Anfang Juli schreibt Christine Lavant nämlich an Deesen, daß ihr Mann "an seinem 84.
Geburtstag - 4. Mai - einen Schlaganfall" gehabt habe. Der Herausgeber reagiert jedenfalls gläubiger auf das
Horoskop für den Mai als Christine Lavant.
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'mystischen Stils' die Sprache; die Unsagbarkeit des Göttlichen und das Dennoch-mitteilenwollen einer inneren
Erfahrung haben zu einer besonderen Form der Metaphorik geführt: In der Formel des "Du bist wie..." - oder, wenn
man wie Gertrud von Le Fort auch die Stimme Gottes durch die Kirche sprechen läßt, - des "Ich
bin wie..."17 - entsteht Poesie; es entsteht eine Welt aus Bildern, in der man sich
geborgen fühlen kann, weil alle existentiellen Fragen mit einem positiven Ziel beantwortet werden.
Nur Christine Lavants eigene Mitteilungen oder Äußerungen über bestimmte Lektüre wären als Lektüreerfahrung überhaupt
interessant und zu sammeln. Auch dazu ist nicht zuletzt die Kenntnis 'aller' ihrer Briefe nötig. Sicher lassen sich
also manche ihrer Formulierungen als einem bestimmten gedanklichen Kontext zugehörig begreifen; trotzdem sollte
von einem Baustein nicht gleich auf ein Gebäude geschlossen werden.
Die Hoffnung, das Leben der Christine Lavant 'aus erster Hand' kennenzulernen, die Hoffnung auf Erinnerung
und Details erfüllt sich nicht. Zu viele Unrichtigkeiten und Verzerrungen zerstören die Glaubwürdigkeit. Im
Hinblick auf die hier aufgezeigten Mängel ist das Buch von Ingeborg Teuffenbach, obwohl noch immer die einzige
Publikation mit Biographie-Charakter, die im Handel erhältlich ist, nicht als der Einstieg zu empfehlen, als
der es bis dato angesehen wurde.
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17 So in Gertrud von Le Forts Hymnen an die Kirche (erste
Ausgabe 1924, München: Theatiner-Verlag), die Christine Lavant sehr schätzte (vgl. dazu Herz auf dem
Sprung, S.152f.).
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Bibliographie zu Briefedition und Aufsatz
Veröffentlichte Briefe Christine Lavants an:
Deesen, Gerhard, in: ensemble, Heft 5, 1974, S. 133-157 ("Christine Lavant. Briefe", hg.
v. "H. P.", d.i. Heinz Piontek).
Domin, Hilde, in: Über Christine Lavant. Leseerfahrungen. Interpretationen. Selbstdeutungen, hg. von
Gr. Lübbe-Grothues. Salzburg: Otto Müller Verlag 1984. S.142-166.
Ficker, Ludwig von, in: Ficker, Ludwig von: Briefwechsel 1940 - 1967, hg. v. M. Alber, W. Methlagl,
A. Unterkircher, Fr. Seyr, I. Zangerle, Innsbruck: Haymon 1996.
Lampersberg, Gerhard; Lampersberg, Maja, in: Fidibus. Zeitschrift für Literatur und Literaturwissenschaft, 20.
Jg., 1992/Nr. 1, S. 93-99 ("Christine Lavant: Drei Briefe").
Purtscher, Adolf; Purtscher, Gertrud; Purtscher, Paula, in: Steige, steige, verwunschene Kraft. Erinnerungen an
Christine Lavant, Wolfsberg: Verlag Ernst Ploetz, 1978, 21991, S.14-19.
Teuffenbach, Ingeborg, 19.7.1948, in: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv, Nr. 13, 1994, S. 5f. ("Texte.
Erstveröffentlichung eines Briefes von Christine Lavant an Ingeborg Teuffenbach.")
Werke Christine Lavants:
- Das Kind. Erzählung. Stuttgart: Brentano-Verlag 1948.
- Das Krüglein. Erzählung. Stuttgart: Brentano-Verlag 1949.
- Die unvollendete Liebe. Stuttgart: Brentano-Verlag 1949.
- Baruscha. Graz: Leykam 1952.
- Die Bettlerschale. Gedichte. Salzburg: Otto Müller Verlag 1956.
- Die Rosenkugel. Stuttgart: Brentano-Verlag 1956.
- Spindel im Mond. Gedichte. Salzburg: Otto Müller Verlag 1959.
- Wirf ab den Lehm. Hg. von Wieland Schmied. Wien, Graz: Stiasny 1961.
- Der Pfauenschrei. Gedichte. Salzburg: Otto Müller Verlag 1962.
- Nell. Vier Geschichten. Salzburg: Otto Müller Verlag 1969.
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- Gedichte. Hg. und Nachwort von Grete Lübbe-Grothues. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1972.
- Kunst wie meine ist nur verstümmeltes Leben. Nachgelassene und verstreut veröffentlichte Gedichte - Prosa -
Briefe. Ausgewählt und hg. von Armin Wigotschnig und Johann Strutz. Salzburg: Otto Müller Verlag 1978.
- Gedichte. Hg. von Thomas Bernhard. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1987.
- "Und jeder Himmel schaut verschlossen zu." 25 Gedichte für O. S. [d.i. Otto Scrinzi] Einleitung von Hans
Haider (sowie Interview mit Scrinzi). Hg. v. Hans Weigel. Wien, München: Jungbrunnen 1991.
- Kreuzzertretung. Gedichte, Prosa, Briefe. Hg. und Nachwort von Kerstin Hensel. Leipzig: Reclam 1995.
- Die Schöne im Mohnkleid. Im Auftrag des Brenner-Archivs (Innsbruck) herausgegeben von Annette
Steinsiek. Salzburg: Otto Müller Verlag 1996.
Sonstige Literatur:
Amann, Klaus: Die Umgebung des Tonhofs. Über das literarische Leben Kärntens in den fünfziger Jahren.
In: Fidibus. Zeitschrift für Literatur und Literaturwissenschaft, 20. Jg., 1992/Nr. 1, S. 11-19.
Baumgart, Reinhard: Die biographische Phantasie, in: Glücksgeist und Jammerseele. Über Leben und Schreiben,
Vernunft und Literatur. München, Wien: Carl Hanser Verlag 1986, S.106-132.
Berg, Werner: Gemälde. Klagenfurt: Verlag Joh. Heyn 1994. (Mit Beiträgen von W. Schmied, Tr. Polley, G.
Lübbe-Grothues, H. Kuchling.)
Bergengruen, Werner: Die Sultansrose und andere Erzählungen, Innsbruck: Tyrolia 1946.
Die Drau. Monatsblätter für geistiges Leben und Verständigung. Jg. 1, H.2, Nov. 1950. (betr. die "St.
Veiter Kulturtage", S.1 u. S.10-16)
Ebner, Jeannie; Lein, Hermann: Zu Gast bei Christine Lavant, TV-Schulfunksendung, ORF, 4.6.1968.
Domin, Hilde: Doppelinterpretationen, Frankfurt/M., Bonn: Athenäum 1966, S. 150 ("Christine Lavant: Die Stadt
ist oben auferbaut" [Selbstinterpretation]).
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Ficker, Ludwig von: Lobrede auf eine Dichterin, in: Kuchling, H. (Hg.): Für Christine Lavant, Wien 1965, o.S.
Frischmuth, Barbara: Frankfurter Anthologie, in: FAZ, 2.3.1996, Nr. 53.
Granati, Herta K.: Josef Benedikt Habernig. 1879 - 1964, Klagenfurt: Carinthia 1985.
Gürtler, Christa: "Fluchtwurzel" oder "Spindel im Mond"? Anmerkungen zum Briefwechsel zwischen Christine Lavant
und dem Otto Müller Verlag. In: Die Bilderschrift Christine Lavants. Studien zur Lyrik, Prosa, Rezeption und
Übersetzung. 1. Internationales Christine Lavant Symposion Wolfsberg 11.-13. Mai 1995. Hg. von Arno Rußegger
und Johann Strutz. Salzburg, Wien: Otto Müller Verlag 1995, S. 178-192.
Kraigher, Helga: Josef Benedikt Habernig - ein vergessener Kärntner Künstler, in: Die Brücke. Kärntner
Kulturzeitschrift. Heft 4, 1982, S. 61-65.
Kuchling, Heimo (Hg.): Für Christine Lavant, Wien 1965.
Le Fort, Gertrud von: Hymnen an die Kirche. München: Theatiner-Verlag 1924.
Lübbe-Grothues, Grete (Hg.): Über Christine Lavant. Leseerfahrungen. Interpretationen. Selbstdeutungen.
Salzburg: Otto Müller Verlag 1984.
N.N.: Oesterreichs Lyrikerinnen triumphieren, in: Tiroler Tageszeitung, 20.9.1956, S. 2.
Otto Müller Verlag (Hg.): Werke und Jahre 1937 - 1962, Salzburg: Otto Müller Verlag 1962.
Ricklefs, Ulfert: Leben und Schrift. Autobiographische und biographische Diskurse. Ihre Intertextualität
in Literatur und Literaturwissenschaft (Edition). In: editio 9, Tübingen 1995, S. 37-62.
Rilke, Rainer Maria: Sämtliche Werke. Herausgegeben vom Rilke-Archiv. In Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke besorgt
durch Ernst Zinn, Frankf. a. M. 1980.
Rußegger, Arno; Strutz, Johann (Hg.): Die Bilderschrift Christine Lavants. Studien zur Lyrik, Prosa, Rezeption
und Übersetzung. 1. Internationales Christine Lavant Symposion Wolfsberg 11.-13. Mai 1995. Salzburg, Wien: Otto
Müller Verlag 1995.
Scheuer, Helmut: Biographie. Studien zur Funktion und zum Wandel einer literarischen Gattung vom 18.
Jahrhundert bis zur Gegenwart. Stuttgart: Metzler 1979.
Scheuer, Helmut: Biographie. Überlegungen zu einer-Gattungsbeschreibung, in: R. Grimm, J. Hermand (Hg.): Vom
Anderen und vom Selbst. Beiträge zu Fragen der Biographie und Autobiographie. Frankf./M.: Athenäum 1982, S. 11-29.
Scrinzi, Otto: Christine Lavant, in: Die Brücke, Jg. 1/2, Herbst 1975/Frühjahr 1976, S. 167-183.
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Steige, steige, verwunschene Kraft. Erinnerungen an Christine Lavant. Wolfsberg: Verlag Ernst Ploetz
1978, 21991.
Steinsiek, Annette: Nachläßlich Ingeborg Teuffenbach, in: INN. Zeitschrift für Literatur, 12. Jg., Innsbruck,
Mai 1995, S. 38-41.
Suchy, Viktor: Literatur in Österreich von 1945 bis 1970. Strömungen und Tendenzen. Wien: Dokumentationsstelle
für neuere österreichische Literatur 1971.
Teuffenbach, Ingeborg: Christine Lavant - "Gerufen nach dem Fluß". Zeugnis einer Freundschaft, Zürich: Ammann
1989 sowie 21994.
Teuffenbach, Ingeborg: Der große Gesang, Stuttgart: Engelhornverlag Adolf Spemann 1953.
Turmbund (Hg.): 40 Jahre Turmbund. Innsbruck, Wien: Tyrolia 1991.
Benützte Sammlungen, Nachlässe und Archive:
Nachlaß Gerhard Deesen, Deutsches Literaturarchiv, Marbach.
Nachlaß Ludwig von Ficker, Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Innsbruck.
Briefwechsel Christine Lavant - Otto Müller Verlag, Verlagsarchiv des Otto Müller Verlages, Salzburg.
Mappe Dichterbriefe an Gertrude Rakovsky, Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, Wien.
Nachlaß Ingeborg Teuffenbach, Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Innsbruck.
Briefe Christine Lavant an Evlyn Wolf, Privatbesitz, Wien.
Ausgewertete Antworten auf Anfragen an folgende Ämter, Institutionen und Archive:
- Amt der Kärntner Landesregierung
- Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
- Landesmuseum Klagenfurt
- Meldeämter diverse
- Österreichisches Kulturinstitut Istanbul
- Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik
- Robert Musil Institut für Literaturforschung, Klagenfurt (Nachlaß Christine Lavant)
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- Steiermärkische Landesbibliothek, Graz. (betr. Nachlaß Paula Grogger; er enthält keine
Briefe Christine Lavants)
- Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Ausgewertete Antworten auf Anfragen bei folgenden Personen:
Capra, Fritjof
Christine Lavant-Gesellschaft
Habernig-Granati, Herta
Lintschnig, Hans
Methlagl, Walter
Rakovsky, Gertrud(e)
Wigotschnig, Armin
Wigotschnig, Elisabeth
Wolf, Evlyn
Wolf, Joseph
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"Aufsätze
zu Christine Lavant" |
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